„Das ist doch pervers.“

BDSM hat einen schlechten Ruf. In der Gesellschaft wird man immer noch schief angeschaut, wenn man kundtut, dass man es geil findet den Arsch versohlt zu bekommen. Viele BDSMer zeigen ihr Gesicht nicht in den sozialen Medien. Das Halsband öffentlich zu tragen, kommt für viele Menschen nicht in Frage. Aber warum ist das so? Meine völlig unprofessionellen Thesen könnt ihr hier lesen.

Ich gehe inzwischen offen mit dem Thema um. Trage um den Hals, was gerade angebracht ist. Beantworte Fragen, informiere bei Interesse. Aber natürlich trage ich kein Schild um den Hals auf dem steht „lasse mich peitschen, anketten, bin Eigentum und bi-sexuell bin ich auch.“ Auch werde ich nicht in der Öffentlichkeit darüber reden, welche Praktiken ich zwingend ausprobieren möchte. Vor allem nicht, wenn am Nachbartisch Familien sitzen, die einfach einen netten Besuch genießen wollen.

Als Vanilla erzähle ich ja auch nicht ständig darüber, welche Stellungen ich gestern geniessen durfte und wie oft ich gekommen bin. Man muss das Thema nicht totschweigen. Aber es nun ständig breit treten? Macht halt nen Podcast oder schreibt nen Blog.

Ich glaube, ein wenig hat diese Offenheit, auf Teufel komm raus, auch etwas Schuld am öffentlichen Bild. Die Menschen fühlen sich überrumpelt. Und das kann ich gut nachvollziehen. Ich werde häufig gefragt, was das Halsband bedeutet. Oder man erkennt es und es werden Fragen gestellt. Wirklich auf Ablehnung gestoßen bin ich dabei noch nie. Meistens entstanden tolle Gespräche und viele beseitigte Vorurteile.

Ein Klassiker ist natürlich „BDSM ist Gewalt.“ Zugeben. Jemandem zu erklären, dass es Glücksgefühle verursacht, wenn jemand einem Schmerzen zufügt, ist schwierig. Aber ich habe oft erlebt, dass der Gegenüber schnell einschätzen kann, ob man misshandelt wird oder das Ganze einvernehmlich stattfindet.

Ich finde es zum Teil sehr problematisch, wie in gewissen Serien das Thema gezeigt wird. Als großer Fan von „Criminal Minds“ und ähnlichen Serien, mußte ich feststellen, daß der Serienkiller seinen Rechner voll mit „furchtbar kranken“ Bildern und Videos hat. Die Ermittler sind entsetzt, dass sich jemand Bilder von gefesselten Menschen anschaut. Es werden psyschiche Erkrankungen vermutet. Gerne wird Borderline genommen. Überraschung. Der Verdächtige hat ein Kindheitstrauma. Ich wünschte, der mit den Bildern auf dem Rechner, wäre einfach der, der BDSM praktiziert. Und dass das von den Profilern auch so akzeptiert wird.

Auf Twitter bekomme ich oft das Gefühl, die BDSM bubble hält sich für etwas besonderes. Und lässt es auch jeden spüren. Leider werden dadurch Vorurteile nicht abgebaut. Denn warum sollte jemand ohne BDSM Ambitionen, seine Sexualität und „die der anderen“ als gleichwertig ansehen, wenn er ständig darüber informiert wird, wieviel er verpasst, wenn er es nicht versucht.

Ich möchte, dass mit Bdsm genauso umgegangen wird, wie mit Vanilla Sex. Aber das kann man nicht mit „Elefant im Porzellanladen“ erreichen. Und wir erwarten Toleranz. Sind aber oft genug intolerant anderen Sexuellen Präferenzen oder Fetischen gegenüber.

So wird das nix

Veröffentlicht in BDSM

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