Heiligabend. Oder eine abgebrochene Session

Weihnachten. Das Fest der Liebe. In unserem Fall traditionell natürlich „Das Fest der Hiebe.“ Ja. Traditionen sind uns wichtig. Was und wann was passiert, weiß ich dabei nicht. So war es auch dieses Jahr. Das wird keine Geschichte werden. Es wird die Darstellung eines Abends werden, bei dem das ein oder andere nicht so gut lief. Der aber trotzdem gut war. Und von dem ich es wichtig finde, darüber zu schreiben.

Wir starteten den Tag wie jeden anderen auch. Zur Zeit haben wir recht viel zu tun. Also noch Reste abarbeiten. Essen vorbereiten. Gemütlich machen. Irgendwas lief im Fernseher. Keine Ahnung was, denn ich war angespannt. Ich wollte vorbereitet sein. (Ha, ha, ha.. Wie so nen Anfänger).

Irgendwann stand mein Herr auf. Sein Blick hatte sich geändert. Es ist DIESER Blick, den ich so gut kenne. Der Blick, der keinen Widerspruch duldet. Es ist der Beginn der Spiele, die eigentlich keine Spiele sind. Unser Machtgefälle ist dann für jeden sichtbar.

An meiner Kette führte er mich ins Badezimmer. Spätestens jetzt wusste ich, es wird ein harter, anstrengender und extrem geiler Abend. Es folgte etwas, womit ich noch immer Schwierigkeiten habe. Er pinkelte mir in den Mund. Dazu angemerkt sei, dass ich es geil finde, angepinkelt zu werden. Und ich finde Ns grundsätzlich klasse. Schwierigkeiten habe ich einfach damit, eine bestimmte Menge zu schlucken. Diesmal hab ichs ziemlich gut hinbekommen. (Finde ich.)

Nachdem wir im Badezimmer fertig waren, gings zurück. Mein Herr griff mir von hinten um den Hals, und fixierte meine Hände mit Handschellen auf dem Rücken. Ich glaube, da wurde mir das erste mal irgendwie klar, daß läuft nicht rund.

Meine geliebten Handschellen saßen recht schmerzhaft. Nicht dieses „Aua, ist das geil“ sondern „Fuck. Wie bekomme ich die Dinger an eine andere Position.“ Ich jammerte ein bissel. Aber das mache ich auch, wenn ich Klammern tragen muss.

Nun hieß es, „Leg Dich auf den Rücken.“ Mir wurden die Beine an einer Spreizstange befestigt und dann nach oben gezogen. Etwas, dass unfassbar toll ist. Gespreizte Beine. Hände gefesselt. Ausgeliefert. Spätestens da bin ich normalerweise in einer anderen Welt. Leider drückten die Handschellen auf die Wirbelsäule. Ich bekam die Arme keinen cm bewegt, was den Druck verringert hätte. Trotzdem wollte ich weitermachen. Und wiederum nicht.

Zwischenzeitlich hatte mein Herr die Kängurupeitsche genommen. Er begann zu schlagen. Immer wieder auf die Titten. Es wäre perfekt gewesen. Mittlerweile liefen mir wohl die Tränen (ich weiß es nicht mehr genau). Ich war enttäuscht von mir.

Und dann hörte er auf. Er befreite mich. Ich hörte „Entschuldigung.. Ich muss…“ und die Badezimmertür.

Ich kürze das jetzt mal ab. Als mein Herr zurück kam, nahm er mich in den Arm. Ich entschuldigte mich, weil ich das Gefühl hatte, ich hätte versagt. Ich schämte mich. Was in mir vor ging, kann ich nicht beschreiben. Es war zu viel auf einmal.

Das erste was er sagte war, dass mich keine Schuld trifft. Das es an ihm lag. Das er nicht aufmerksam genug war. Und das die Session gar nicht hätte stattfinden sollen.

Aber was war passiert. Nun. Durch die viele Arbeit und sonstigem Stress, sind wir beide angeschlagen. Müde. Hier ein Wehwehchen. Da ein anderes. Sprich. Man ist nicht frei. Das kann passieren. Sind aber schlechte Voraussetzungen um miteinander zu spielen.

Wir leben jetzt seit 3,5 Jahren zusammen. So etwas ist noch nie zuvor passiert. Darum ist das Ganze kein Problem für uns. Wichtig ist, dass wir daraus gelernt haben. Dass wir darüber geredet haben. Und dass mein Vertrauen noch genauso vorhanden ist, wie vor dem Abend

Liebe dominante Menschen. Es ist ok, wenn ihr euch nicht gut fühlt. Teilt es Euren Subs mit. Wenn die das nicht begreifen, sind sie die falschen Subs für euch.

Veröffentlicht in BDSM

2 Kommentare zu „Heiligabend. Oder eine abgebrochene Session

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