Miss Krokant

@provokrokant

Ich erinnere mich noch genau an den ersten Satz, den die gute Miss Krokant mir vor ca 2 Jahren geschrieben hat. Es ging um BDSM, Borderline und Grenzen. Dieser Satz lautete :“Dann könntest du nie meine Sub werden.“ Hat mich der Satz geärgert? Irgendwie schon. Aber gleichzeitig wußte ich, daß sie recht hat. Und nein. Es ging nicht um Pläne, daß ich darüber nachgedacht habe, ihre Sub zu werden.

Und trotz dieses Satzes folge ich ihr mit Begeisterung. Ich mag es, wenn Twitterer Teile ihres Lebens zeigen. Es erdet und lässt erkennen, daß die eigenen Sorgen und auch positiven Erfahrungen jeden betreffen.

Ich mag ihre Art und ihre vielseitigen Seiten. Und ich bin verdammt froh, so eine tolle Person in meiner timeline zu haben.

Um noch mehr zu erfahren, besucht hier ihren Blog.

Seit wann bist du aktiv auf Twitter?

Angemeldet seit 2011 mit meinem „normalen“ Account, in der BDSM Bubble seit September 2017.

Warum hast du dich dort angemeldet?

Eine Freundin von mir war dort länger aktiv, nachdem sie viel darüber berichtet hat, war ich einfach neugierig. Anfangs habe ich kaum geschrieben und auch selten gelesen, das hat sich im Verlauf geändert und ich habe immer mehr Kontakt zu anderen Personen bekommen. Als sich der BDSM-Bereich wieder mehr in mein Leben verfestigte, wollte ich darüber schreiben und Bilder in die Richtung posten, was viele meiner „alten“ Follower nicht interessiert hat, sodass es zum BDSM Account kam. Dieser ist inzwischen auch mein Hauptaccount geworden.

Hast du schon Twitterer getroffen?

Ja, sogar recht viele. Ich habe es letztens mal hochgerechnet und bin bei ca. 50 Personen gelandet, vermutlich eher etwas mehr, weil ich sicherlich nicht mehr alle zusammen bekomme.

Hast du dich verändert, seit du Twitter nutzt?

Ja, absolut – wäre traurig, wenn ich mich in den letzten 9 Jahren nicht verändert hätte. Inwiefern die Veränderungen mit Twitter zusammenhängen, kann ich allerdings nur teilweise beurteilen. Ohne Twitter hätte ich auf jeden Fall viele wichtige Menschen für mein Leben nicht getroffen / kennengelernt (z.B. meine Partnerin) und hätte meine FemDom Seite erst viel später oder auch gar nicht entdeckt. Ich habe meinen Horizont im BDSM enorm erweitert und durch den Austausch fühlt man sich in dem Bereich weniger „allein“.

Wie viel Reales steckt in deinem Twitter Account?

Ich würde ehrlich gesagt sagen, dass dort nur Reales drinsteckt. Es bringt mir nichts auf Twitter nicht authentisch zu sein. Ich bin dort, um meinen Gedanken freien Lauf zu lassen, mich in gewissen Bereichen auszutauschen und sicherlich auch um neue Kontakte zu knüpfen. Ich bin aus dem Alter raus, in dem ich irgendwem etwas beweisen will / wollte oder mich besser oder schlechter reden muss. Also bleibe ich dort ich selbst und das scheint – abgesehen von mir selber – genug anderen zu gefallen, sonst wären sie nicht da. J

Würde es Twitter nicht mehr geben, dann…

…wäre mein Leben an vielen Tagen deutlich langweiliger und einsamer. Aber sicherlich an anderen Tagen auch ruhiger und entspannter. Insgesamt würde es mir definitiv fehlen, vor allem einige Personen, mit denen ich mich austausche, aber ab und an tut mir eine Pause von Twitter auch gut. Manchmal ist es nicht so einfach die Balance zwischen dem „Leben“ online und offline zu halten.

Wie würdest du dich beschreiben?

Wenn man mich kennenlernt, bin ich meistens eher zurückhaltend, taue aber schnell auf. Wenn mein Gegenüber direkt sehr offen ist und viel erzählt, kann ich auch schnell einsteigen. Allgemein rede ich sehr gerne und viel, zumindest bei den passenden Themen. Ich bin schnell für etwas zu begeistern und dann wirklich Feuer und Flamme für etwas. Teilweise auch zu sehr, es kann allerdings genauso schnell wieder weggehen. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, wer mich kennt, sieht mir meine Stimmungen sofort an. Ich bin nah am Wasser gebaut und habe kein Problem das zu zeigen. Ich koche und backe gerne, bin sehr tierlieb. Ich mag eine gute Mischung aus zu Hause alleine sein und Aktivitäten mit Freunden, brauche danach aber auch meine Auszeit. Andere Menschen vertrauen mir schnell, was ich sehr zu schätzen weiß. Ich höre gerne zu, unterstütze andere Personen und übernehme gerne Verantwortung. Ich habe eine gute Menschenkenntnis, kann dadurch andere sehr schnell einschätzen und bekomme mit, was sie gerade brauchen. Ich habe einen etwas schrägen Humor. Ich singe nahezu bei jedem Lied mit, welches ich kenne. Ich bevorzuge Tiere anstatt Menschen. Ich wirke deutlich selbstbewusster als ich es bin. Ich komme sehr schlecht damit klar Fehler zu machen und andere zu verletzen, obwohl ich weiß, dass das passiert und passieren darf. Ich bin absolut optimistisch und hole aus jeder noch so schlechten Situation etwas Positives raus.

Wie würden dich deine Freunde und Familie beschreiben?

Empathisch, liebevoll, attraktiv, begeisterungsfähig, lebensfroh, euphorisch – muss manchmal ausgebremst werden, fühlt sich nach zu Hause an, geduldig gegenüber anderen Personen und Tieren, sehr verständnisvoll, nicht wertend, „das, was man sich von einem Freund / guten Partner wünscht“, patzig – je nach Stimmung, maulig bei unerfüllter Lust (hat sie so gesagt :D), redet sich oft klein, intelligent

Und deine Feinde? Was würden die über dich sagen?

Ich weiß es ehrlich gesagt nicht genau, würde behaupten ich habe keine Feinde. Ich bin nicht der Mensch dafür, aber wenn ich es wollen würde, könnte ich das Vertrauen, das mir andere entgegen bringen nutzen, um an Informationen ranzukommen und sie gegen jemanden zu verwenden.

Ich bin meinungsstark, das ist für andere sicherlich oft sehr anstrengend.

Stadt oder Dorf?

Stadtrand.

Berge oder Meer?

Ganz klar Meer.

Lieblingsband?

Ich kann nicht eine Einzige nennen – ganz weit oben stehen aber Versengold, ASP, Rise Against, Amaranthe

Was steht auf deiner ToDo Liste ganz oben?

Beruflich endlich weiterkommen, damit ich wieder eine Zukunftsperspektive habe.

Was ist dein MustHave irgendwann?

Einen Garten besitzen. Alternativ einen Van.

Was bedeutet dir BDSM?

BDSM bedeutet mir sehr viel. Für mich ist es eine andere Ebene / ein anderer Zugang zu meinem Gegenüber. Ich finde, die Verbindung, die durch BDSM erreicht wird mit nichts anderem zu vergleichen. Es fasziniert mich jedes Mal wieder die Unterwerfung meines Gegenübers zu erleben (oder auch meine eigene), mit welcher Hingabe Aufgaben erfüllt werden und gedient wird. BDSM hat mein Leben in vielen Lebenslagen sehr bereichert. Es hat mir eine Art Vertrauen gezeigt und ich habe dadurch gelernt mich fallen lassen zu können, sowie zu spüren, dass ich gefangen werde. Ich liebe das Spiel mit den Grenzen und die Verantwortung dafür zu übernehmen, wie es meinem Gegenüber gerade geht. Eine andere Welt auszuleben, die Realität und Raum und Zeit für einen Moment zu vergessen bzw. einfach nicht mehr zu spüren.

Bist du diesbezüglich zur Zeit zufrieden?

Nein, nicht wirklich. Durch unsere schwierige Lebenslage derzeit, fällt es schwer unseren BDSM so umzusetzen, wie es noch vor einigen Monaten ging. Wir versuchen uns aber Freiräume dafür zu schaffen und zumindest das Regelwerk aufrechtzuerhalten.

Sub/Dom/Switcher?

Switcher, inzwischen überwiegend in der dominanten Position-

Seit wann spielt BDSM eine Rolle für dich?

Bereits seit meiner Jugend. Richtig ausgelebt habe ich BDSM mit Anfang 20, also vor 10-12 Jahren und die letzten drei Jahre hat es sich wieder sehr intensiviert.

Hat dich BDSM verändert?

Ja, auf jeden Fall. Zum einen hat sich meine Art, wie ich spiele oder mit mir spielen lasse sehr verändert. Das auszuführen, würde vermutlich den Rahmen in diesem Zusammenhang sprengen. Ich habe mich auf jeden Fall deutlich besser kennengelernt, kann meine Bedürfnisse und Grenzen besser spüren und ansprechen. Es fällt mir leichter mich fallen zu lassen, vor allem durch Schmerz, was für mich früher unvorstellbar war. Ich bin deutlich selbstbewusster geworden. Ich würde behaupten, ich bin kreativer geworden und nutze die dominante Position wirklich für meine Bedürfnisse. Anfangs hatte ich eher das Gefühl es meinem Gegenüber recht machen zu wollen. Ich habe im Verlauf meine Art des Spiels gefunden. Ich hatte das Gefühl, ich müsse „hart“ sein, das entspricht nicht meiner Persönlichkeit. Ich bin sehr geduldig mit meiner Sub, wenn gewisse Grenzen überschritten sind, kann ich aber wirklich „böse“ werden, obwohl mir das davor nicht zugetraut wird.

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