Reha. Eine Zusammenfassung

Meine Reha ist fast vorbei. Und ich kann sagen, gesundheitlich ist es das Beste, was ich je getan habe.

Aber von Anfang an.

Am 10. 02 war die OP. Die verlief super. 10 Tage später sollte die Aufnahme in die Reha erfolgen. Es wurden 9 Tage daraus.

Der Umzug ging reibungslos. Es gibt hier zwei Hotels, in denen die Patienten schlafen. Und Hotel ist definitiv nicht übertrieben.

Das Motto „Fühlt der Patient sich wohl, gesundet er schneller“ wurde hier völlig ausgeschöpft. Die Zimmer sind gemütlich und gut ausgestattet. Die Badezimmer sind sehr chick und modern. Das ganze hat also was von Wellnessurlaub.

Genau wie in dem Klinikbereich (hier zu finden) sind die Mitarbeiter top.

Soviel erst einmal zum Ambiente. Ich könnte dazu immer weiter schreiben, aber Reha ist tatsächlich kein Urlaub. Tolles Hotel ist gut aber nicht das Hauptanliegen meines Aufenthaltes.

Der erste Tag war stressig. Man zieht um, muß zum Arzt, bekommt die Klinik gezeigt und die Pflege versorgt einen mit Medikamenten. Und man sieht Menschen. Sehr viele Menschen. Das war dann die erste Herausforderung. Zum Glück kannte ich ein paar davon aus der Raucherecke. Über rauchen brauchen wir nicht zu diskutieren. Ich weiß natürlich das es ungesund ist. Aber immerhin kommen Raucher schneller auf die Beine um ihrer Sucht zu frönen.

Ab dem zweiten Tag geht es dann los. Man lernt seine Therapeuten kennen. Die wichtigsten Therapeuten sind für mich die von der Physio und die den Sport leiten.

Mit denen legt man Ziele fest, die man während der Reha erreichen möchte, und man bekommt einen individuell angepassten Trainingsplan. Meine Ziele sind relativ einfach. Halbwegs selbständig und schmerzfrei Dinge erledigen zu können. Durch die Teilbelastung, die erst im Mai abgeschlossen ist, wäre alles weitere einfach unmöglich zu erreichen.

Die Physio sorgt dafür, daß die operierte Seite beweglich wird. Die Sporttherapeuten helfen dabei Muskeln aufzubauen.

Die Beweglichkeit war schon sehr früh da. Und ja. Das ist ziemlich ungewöhnlich nach einem Tep-Wechsel. Ich konnte also schon nach einer Woche anfangen das Laufen zu trainieren. Treppen, das richtige aufstehen, hinsetzen usw. Und je mehr Fortschritte ich mache, umso besser geht’s mir.

Auch beim Sport mache ich erstaunliche (für mich) Fortschritte. Meine Armmuskeln werden kräftiger. Mein gesundes Bein hält immer mehr aus. Das operierte Bein wird immer kräftiger.

Meine psysche wird stärker. Ich bin ziemlich schmerzfrei. Allerdings muß mein Kopf das noch begreifen. Denn er rechnet ständig damit das bestimmte Bewegungen weh tun. Aber auch das passiert seltener.

Nicht alle Therapien fand ich toll. Die meisten Vorträge waren langweilig und für mich nicht relevant. Auch das psychologische Einzelgespräche war überflüssig in meinem Fall. Was will man auch in 30 Minuten mit einer unbekannten Psychologin besprechen? Aber der Kostenträger schreibt es vor.

Die Ergo war auch ziemlich gut. Hier werden Übungen für den Alltag gemacht. Bücken, ins Auto einsteigen usw. Leider war das auch für mich nur eingeschränkt möglich. Teilbelastung sei Dank.

Das Bewegungsbad ist die Krönung. Es ist anstrengend und unglaublich effektiv. Dieser ganze ungewohnte Sport hat mich echt geschafft. Abends hab ich meistens spätestens um 21.00 Uhr geschlafen. Und alleine das war die ganze Sache wert. Schmerzfrei schlafen. Wow. Welch tolle Erfahrung.

Abgesehen von den 3 Tagen, die ich im Zimmer bleiben mußte, weil mein Magen – Darm rebellierte, waren die letzten Wochen toll.

Jetzt heißt es dran bleiben. Penibel auf die Anweisungen achten. Die Übungen ständig wiederholen. Ab dem 26. März die Rehanachsorge beginnen und ab Mai die Vollbelastung trainieren.

Aber schon jetzt hat sich meine Lebensqualität verzigfacht. Dank Menschen die ihren Job perfekt ausüben. Dank Menschen, die einem nicht das Gefühl geben, man sei nur irgendein Objekt. Und das ist für den Heilungsprozess Gold wert.