Drogen. Das letzte Kapitel

Fortsetzung von Drogen Teil 3

Jetzt möchte ich das doch zu Ende bringen. Langsam fängt nämlich mein Kopf an zu arbeiten. Viele Flashbacks.

Nun dann.

Ich bin gegangen. Meine erste Anlaufstelle war die sogenannte Rückkehrhilfe. Eine tolle Organisation, die deutsche dabei unterstützt, wieder in die Heimat zu kommen. Die sorgen dafür, daß man einen Platz in einer Entzugsklinik bekommt und einen Therapieplatz. Die organisieren die Fahrt nach Deutschland und Sorgen dafür, daß man solange in Holland bleiben kann. In betreuten Einrichtungen. Man bekommt medizinische Hilfe und Methadon.

Das mit dem Methadon war damals nämlich noch ein sehr großes Problem in Deutschland. Das bekam man nur, wenn man viele Jahre drauf war, am besten HIV positiv war und eine Langzeittherapie in Aussicht hatte. Es gab kaum Einrichtungen, die überhaupt warme Entgiftungsplätze anboten.

Die Rückkehrhilfe besorgte mir alles. Ich blieb mehrere Wochen in einer Einrichtung in Amsterdam. Ich bekam Methadon und in Hagen Hohenlimburg konnte ich 10 Wochen entgiften.

Die Zeit, die ich noch in Amsterdam verbrachte, bestand aus einigen Rückfällen, aufraffen, aufgeben, Medikamententurkey. Immer wieder zurück zu den alten Kontakten, immer wieder hoffen, daß ich schnell zurück kann.

Letztendlich habe ich es geschafft. Ich machte den Entzug fast fertig. Leider schmiss ich das ganze, weil ich mich mal wieder verliebte. Der restliche Entzug zog sich über Wochen hin. Methadon ist wesentlich härter zu entziehen als Heroin.

Das wars mit meiner Drogen Karriere. Ich hab keine mehr angerührt. Trotzdem muß ich noch ein paar Dinge hinzufügen, die ich zeitlich nicht mehr zusammen bekomme.

Das ganze dauerte ca 7 Jahre. In der Zeit war ich ca 30 mal in Deutschland. Hatte ca 50 Entzüge. Ich hatte viele Männergeschichten. Es gab zig Vergewaltigungen und es gab versuchten Totschlag, weil Lucien und ich versucht haben einen Dealer zu beklagen. Ich litt unter den unterschiedlichsten schweren Krankheiten.

Es gab sehr viele Parkbänke, und Arrestzellen, die mich schlafend kennen gelernt haben. Und Pillen, wo ich nicht weiß, wie sie heißen.

Und nichts davon ist annähernd so romantisch wie in Filmen. Es ist noch viel schlimmer.

5 Kommentare zu „Drogen. Das letzte Kapitel

  1. Ich weiß nicht, wie es ist und was es bedeutet, davon loszukommen, aber ich habe großen Respekt vor deiner Ehrlichkeit und Kraft, das trotz allem gewollt zu haben und geschafft zu haben. Da ist ein ganz leises Ahnen von dem unsagbaren Leid, dass du durchlebt hast und was zu deinem Leben gehört. Ich wünsche Dir viel Kraft für deine Erholung und Reha und deinen weiteren Weg!

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  2. Needie, ich bin sehr froh, dass du das hier aufschreiben kannst und das du die Drogen überwunden hast! ❤️ Du bist eine tapfere Frau! 😙
    Danke für deinen Bericht, ich musste erst Kraft sammeln um ihn lesen zu können.

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