Drogen Teil 2

Fortsetzung von Drogen Teil 1

Die Ohrfeige, die ich mir einfing tat weh. Ich zeigte es nicht, denn es war mir egal. Die Drogen zeigten ihre Wirkung. Das Koks ließ mich ziemlich euphorisch werden, daß Heroin hielt mich unten. Lucien schaute mich an, drückte mich und ich konnte sehen, daß er wirklich schockiert war mich „angefixt“ zu haben. Ich glaube, er hatte sich genau in dem Moment in mich verliebt. Um mich war es eh bereits geschehen.

Und noch etwas war klar. Wir waren ein Paar. Er versorgte uns mit Drogen. Ich ging nicht anschaffen. Und auch sonst sollte ich nichts illegales veranstalten. Eigentlich süß, wie naiv Menschen sein können. Für mich stand auch fest, daß ich nicht süchtig werde. Das passiert ausschließlich anderen.

Lucien hatte keine eigene Wohnung. Wir schliefen meistens bei seinen Kumpeln oder trieben uns tagelang im Red Light District rum. Und wenn wir dann irgendwo übernachteten, wurde gekokst. Koks weckt das Verlangen nach mehr. Ist nur noch wenig da, wird man nervös. Koks putscht auf. Nächtelang wach bleiben ist kein Problem. Um runter zu kommen, einfach H rauchen, dann fühlt man sich normal. Abgesehen von dem fehlenden Hungergefühl. Von dem frieren. Von den paranoiden Gedanken, daß hinter jeder Ecke ein Polizist steht. Oder ein Konkurrent, der einen beklauen will.

Je länger man konsumiert, je mehr möchte man. Nein. Umso mehr braucht man. Man will diesen einen Kick noch einmal… Spoiler. Er kommt nie wieder.

Es dauert nicht lange, da dreht sich alles nur noch um Drogen. Man wird wach, und pfeift sich die Reste rein. Mit Glück ist Kaffee da. Meistens nicht.

Sex wäre natürlich auch nett… Aber nein. Junkies haben in der Regel keinen Sex. Und dann ist man wieder unterwegs. Geld besorgen. Was sowas kostet?

Hier mal eine kurze Rechnung aus dem Jahr 1989 in etwa.

Ein Gramm K ca 100 Gulden. Ein Bolletje (0,1 bis 1,0 Gramm) 25 bis 120 Gulden.

Ein Gramm H ca 75 Gulden.

Deutsche Preise waren ca 10 mal so hoch.

Lucien und ich verkonsumierten ca 6 Gramm Koks und 2 Gramm H.

Am Anfang funktionierte das ziemlich gut. Seine Geschäfte liefen gut und die ersten Entzugserscheinungen traten erst langsam auf. Dauerndes frösteln, Schmerzen in den Beinen. Es ließ sich aushalten. Ca 6 Monate lang. Ich war mitten drin. Unser Dealer war hopps gegangen, H und K wurden teurer.

Wir brauchten mehr Geld. Ich fing an zu klauen. Meistens teuren Alk, der sich gut verkaufen ließ. Körperlich war ich bereits sehr angeschlagen. Wenn ich was essen könnte, wars meisten Vla. Und das nur ein paar Löffel jedesmal. Mein Entzugserscheinungen wurden heftiger. Ich fror ständig und meine Knochen schmerzten ebenfalls dauernd extrem.

Wir zankten uns dauernd. Lucien nahm Pillen (Rohipnols), die ihn aggressiv und Paranoia werden ließen. Mindestens einmal die Woche prügelte er mich windelweich. Ich konnte nicht weg. Ich war zu sehr auf Drogen, in einem fremden Land.

In Amsterdam gibt es unheimlich viele Organisationen, die Junkies helfen. Auch welche, extra für deutsche. Ich war öfter da, um wenigstens zu duschen oder Tee zu trinken. Ich hatte mit vielen deutschen Kontakt. Aber jeder hatte sein eigenes Päckchen. Unter Junkies gibt es keine Solidarität. Man kümmert sich um sich.

Und dann wurde ich erwischt. Beim klauen. Als illegale.

Wie das weiterging? Morgen gibt’s mehr