Prinzipien. Kleine miese Verräter.

Jeder hat sie. Egal ob im bdsm, Vanilla oder im Leben ohne sexuellen Kontext. Bestimmte Dinge, die man nie tun würde oder die man in bestimmten Situationen machen will.

Prinzipien sind wichtig. Sie schützen einen, hindern jemanden daran unüberlegt zu handeln. Oder sich in gefährliche Situationen zu begeben. Und ja.. Auch bestimmte moralische Werte halten sie aufrecht. Das man nicht betrügt. Oder tötet. Sich für andere einsetzt.

Aber natürlich soll es nicht um diese Art Prinzipien gehen. Es geht um das was wir uns vornehmen, wenn wir auf der Suche nach einem Partner sind.

Schauen wir also mal, was die meisten von uns auf gar keinen Fall tun werden.

Da wäre das Kennenlernen online. Keine nudes verschicken. Auf gar keinen Fall Daten dem Gegenüber mitteilen. Und niemals das Gefühl vermitteln, man sei interessiert.

Bis dann genau diese eine Person im privaten Chat auftaucht. Dessen Profil ihr stalkt, dessen tweets ihr ständig faved und dem ihr dauernd replies schreibt. Der euch plötzlich folgt und mit dem ihr ungeniert flirtet. Was ihr natürlich auch niemals machen wolltet. Ihr habt ja Prinzipien.

Es dauert wenige Tage, da schreibt ihr euch. Und dann… Ihr möchtet telefonieren. Seid neugierig auf die Stimme. Wo ihr herkommt und wie alt ihr seid weiß der andere natürlich schon lange. Eure berufliche Situation, Familienstand… Usw. Also ist das mit dem Telefon gar kein Problem.

Innerhalb weniger Tage habt ihr alles über den Haufen geworfen, was ihr euch vorgenommen habt. Man kann sich darüber ärgern oder die Situation genießen. Ich für meinen Teil hab mich nicht geärgert. Im Gegenteil. Ich hab mich auf die Gespräche gefreut und ich habe auch nudes verschickt.

Aber Treffen… Treffen finden nur an neutralen Orten statt. Was in den meisten Fällen funktioniert, kann aber auch Haken haben. Die Entfernung Köln /Ulm und kein Auto zum Beispiel. Und die Bahnfahrt von 7 Stunden zu einem Preis von 150 Euro ist schon sehr heftig für nur mal eben nen Eis.

Aber hey. Urlaub ist doch nett. Natürlich niemals bei einem fremden Dom zu Hause.

Daraus wurden 2 tolle Wochen, die gleich am ersten Tag mit einer Session begann. Aber ein Cover hatte ich. Und das funktionierte toll.

Ich hatte innerhalb von 4 Wochen alle mir wichtigen Dinge über den Haufen geworfen. Einschließlich eines Safewort, welches es nicht gab.

Rückblickend kann ich nur sagen… „Glück gehabt.“ Es verstößt gegen alles was ich in meinen Beiträgen schreibe. Ich würde jedem versuchen auszureden, so vorzugehen. Das ist gefährlich.

Inzwischen haben sich meine Prinzipien verschoben. Zumindest einige. Was nicht geht sind Dinge, die andere Menschen verletzen. Oder jemand versucht meine politische Meinung zu beeinflussen.

Auch würde es problematisch sein, mir bestimmte Kontakte zu verbieten. Ärzte, denen ich vertraue zu wechseln oder Substanzen zu mir zu nehmen, die mir schaden.

Nach meinen Erfahrungen in Österreich wollte ich nie wieder diese Art von „Beziehung“. Und jetzt? Wir leben TPE mit allen Konsequenzen. Aber ich bin glücklich dabei. Was das betrifft habe ich nur noch ein Prinzip.. „Lass dich darauf ein“.

Wichtig ist aber, daß man kein schlechtes Gefühl hat, wenn man etwas macht, daß zuvor unvorstellbar war. Macht man Dinge nur um dem anderen zu gefallen, dann läuft etwas gehörig falsch. Damit ist nicht dieses über Grenzen gehen gemeint, innerhalb einer Session. Sondern Dinge, die einem wirklich widerstreben. Für mich waren Ohrfeigen immer ein Ding, das ich nie wollte. Und jetzt? Ich fange an sie zu mögen. Nicht immer. Aber wenn die Situation passt.

Woran das liegt? An meinem Herrn. Nur bei ihm lasse ich Dinge zu, die bei anderen zu meinem gehen führen würden.

Und genau da ist es ok, gegen seine Prinzipien zu verstoßen. Aber auch nur dann.

Veröffentlicht in BDSM

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