Interview mit madeforhisbehavior

Die gute madeformisbehaviour hatte eine tolle Idee. Ein Interview, in dem sie und ich die gestellten Fragen auf unserem jeweiligen Blog beantworten. Sie hat sich dafür Fragen überlegt, die 24/7 bzw TPE betreffen.

Und hier kommt Frage 1.

Wie definierst Du für Dich 24/7? Was bedeutet TPE in Deinem Verständnis? Machst Du Unterschiede in der Auslebung.

Ich versuche das einmal zusammenfassend zu beantworten. Mein TPE bedeutet, daß mein Herr ständig und in allem das Sagen hat. Er hat das Geld, den Schlüssel, das Feuerzeug. Ich habe keine Geheimnisse vor ihm. In der Theorie heißt das, er darf auch meine privaten Dinge lesen. Er teilt mir das Haushaltsgeld ein und entscheidet über meine Kleidung. Das ist nur ein kleiner Teil davon, wie wir TPE leben. Und das ist auch meine Definition davon.

Natürlich gehen bestimmte Dinge vor. Gesundheit. Alte Schulden meinerseits. Oder Termine. Also alles was so ein Leben beeinflusst.

Der Unterschied zu 24/7 besteht für mich darin, daß Sub noch über eigene Dinge verfügt. Oder mehr Privatsphäre hat. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Das letzte Wort hat aber der Herr. Sexuell gibt es keine Unterschiede, in beiden Beziehungsarten.

Sub hat ihm zur Verfügung zu stehen. 24/7. Und sie hat zu gehorchen.

TPE hat mehr Regeln. Und auch in der Öffentlichkeit bleibt TPE bestehen. 24 /7 findet meiner Meinung nach eher zu Hause statt.

Mir ist besonders wichtig, daß ich viele Dinge abgeben kann bzw muss. Dinge die mich überfordern. Das beruhigt mein Borderline ungemein.

Ich hoffe, ich konnte einigermaßen rüberbringen, wie ich das ganze sehe.

Frage 2 Hast du Regeln, Verbote, Rituale? Sind diese für dich in einer 24/7-Beziehung essentiell? Wünschst du dir eher mehr oder weniger Regeln?

Ja. Die habe ich. Sehr viele Regeln. Da sie sich aber mit Aufgaben und Ritualen mischen fasse ich mal etwas zusammen.

Ich habe meinen Herrn morgens mit Tee und blowjob zu wecken. Ich trage keine Unterwäsche. Wenn ich etwas tun möchte, habe ich zu fragen. Ich habe immer mindestens eine Kette zu tragen oder mein Halsband. Mein Aufgabenbereich ist der Haushalt. Wenn mein Herr etwas wünscht, habe ich das zu erledigen.

Im Prinzip habe ich für alles Regeln. Und ja. Ich mag das. Mehr Regeln kann ich nicht haben. Weniger möchte ich nicht.

Verbote gibt’s natürlich. Aber da es Regeln für alles gibt, wäre ein Verstoß gegen diese, mit einem Verbot gleichzusetzen. Das wichtigste Verbot ist das ich ohne Erlaubnis keine sexuellen Handlungen durchführen darf. Einschließlich mastubieren.

Für mich gehören Regeln und Verbote unabdingbar zu der Art Beziehung, die ich will.

Frage 3 Hast du eines der folgenden Gegebenheiten: Strafbuch, Sklavenvertrag, Regelbuch? Wünschst du dir etwas davon?

Ich habe einen Sklavenvertrag und ich bin sehr stolz darauf. Es war keine spontane Entscheidung, sondern etwas das 1,5 Jahre gedauert hat, bis ich ihn unterschreiben durfte. Er gibt mir Sicherheit. Er erdet mich.

Ein Strafbuch hätte ich gerne.. Herrgott. Ihr kennt mich. Solche Dinge sind nun mal mein Ding.

Frage 4 Wie sehen Sanktionen bei dir aus? Wirst du bestraft? Hast du feste und/oder regelmäßige Zeiten für das Ausüben der Sanktion? Ist das Strafmaß angemessen oder werden Sanktionen härter bestraft?

Ja. Strafen gibt es. Und dafür gibt es keine festen Zeiten. Über die Art der Strafen entscheidet mein Herr spontan. Oft sind es Schläge. Meistens mit der bloßen Hand übers Knie gelegt. Denn im Gegensatz zu den meisten Subs mag ich diese Position gar nicht. Mein Kopf kann auch zwischen Session und Strafe unterscheiden. Strafen fühlen sich völlig anders an.

Ob sie zu hart sind? Seufz. Durch das Chaos die letzte Zeit, hat das ganze sehr gelitten. Es gab von allem zu wenig. Und darum wünsche ich mir wieder mehr davon. Mehr Konsequenz.

Frage 5 Nutzt ihr ein Safeword? Gehört für dich der Verzicht auf ein Safeword zum TPE dazu? Hast du anderweitige Limits?

Wir nutzen kein Safewort. Aber das hat weniger mit TPE zu tun. In jeder anderen Beziehung würde ich darauf verzichten, wenn ich ihm Vertraue und gut genug kenne. Allerdings finde ich es eigentlich ziemlich wichtig. Und würde jedem raten zu gehen, wenn der Dom darauf besteht, das ein Safewort überflüssig ist.

Theoretisch hab ich keine Limits. Praktisch gibt es Dinge, die wir beide ausschliessen. Und die sind ziemlich identisch.

Frage 6 Wie sieht dein Alltag im TPE aus? Wie ist dein Tagesplan? Welche Dienste erfüllst du? Welche BDSM-Bereiche bleiben weitestgehend unberührt?

Es mag enttäuschen. Erst einmal wie in jeder anderen Beziehung auch. Wach werden, wecken, wie oben erwähnt. Und dann kümmere ich mich darum, was erledigt werden muß. Haushalt, Einkauf, Kochen. Jeden zweiten Tag rasieren usw. Feste Session Zeiten haben wir nicht. Es ergibt sich alles von allein. Wenn es spezielle Aufgaben gibt, sagt sie mir mein Herr. Sind Regeln temporär geändert ebenfalls. Klingt alles etwas langweilig? Nein. Das ist es nicht. Gerade weil es keine festen Zeiten gibt. Das macht es spannend.

Welche Bereiche unberührt bleiben? Naja. Es gibt Spielarten, die wir nicht mögen. Kv, Blut, elektro. Die fallen weg.

Tagesplan haben wir übrigens versucht. Ist aber zur Zeit nicht machbar, da laufend etwas den Plan durcheinander wirft.

Frage7 Decken sich deine Vorstellungen mit der Umsetzung zum Thema 24/7? Was wünschst du dir? Was wünscht sich dein*e Partner*in?

Ja. Das tun sie. Wir wünschen uns aber beide mehr. Auch das ist schwierig, weil ich erst operiert werden muss. Meine Wünsche sind mehr Sessions. Mit Schlägen. Und das ich mehr unterwürfig bin. Ich möchte ihn glücklich machen. Und meine Grenzen sehr viel mehr erweitern kann. Er wünscht sich mehr Demut, daß ich Dinge weniger schnell vergesse. Und es gibt noch so einiges, was ich aber nicht näher erläutern will.

Frage 8 Wirst du belohnt? Falls ja, wie? Wie läuft Aftercare bei dir ab?

Nein. Nicht explizit. Allerdings kommt es schon vor, daß mir gesagt wird, „Das hast du verdient.“ Meine Art der Beziehung ist eigentlich meine Belohnung. Darauf hab ich über viele Jahre gewartet.

Zum Thema Aftercare würde ich gerne meinen Beitrag dazu verlinken. Denn dazu gibt es viel zu sagen aftercare

So ihr lieben. Soviel zu meinem Teil des Beitrages.

Hier findet ihr den Beitrag der madeformisbehaviour

Veröffentlicht in BDSM

Ein Kommentar zu „Interview mit madeforhisbehavior

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