Depressionen durch Schmerzen

Heute mal wieder etwas, das mich gerade ziemlich beschäftigt. Und vor allem nervt.

Das es zur Zeit bei mir gut läuft, steht ausser Frage. Dinge sind erledigt oder stehen kurz vor Erledigung. Beziehungstechnisch ist alles im grünen Bereich. Und der Kontakt mit meiner Kleinen läuft super.

Also alles perfekt. Wäre da nicht dieses kaputte Ding im Körper, daß sich Hüfte nennt. Genau die macht mir gerade alles schwer. Denn sie schmerzt. Und zwar von Tag zu Tag mehr.

Im Prinzip kenne ich es kaum, schmerzfrei zu sein. Man gewöhnt sich daran. Lernt bestimmte Situationen zu vermeiden oder sie anders auszuführen. Man läuft, liegt und sitzt anders. Man lernt erträglich damit zu leben. Auch mit Hilfe von Medikamenten.

Manchmal vermisst man Dinge, die früher funktioniert haben. Und sei es nur, sich in eine bestimmte Schlafposition zu legen. Auch bestimmte Sexstellungen sind einfach nicht praktikabel. Aber sei es drum. Damit kann ich problemlos leben.

Aber in letzter Zeit werden die Schmerzen schlimmer. . Es beginnt morgens beim Versuch aufzustehen. Mein Bein ist steif. Minutenlang. Das macht normales bewegen erst einmal unmöglich. Und dann warte ich förmlich auf die Stiche. Das wiederum führt dazu, daß ich mich noch seltsamer bewege. Ich wäre ein Star der Stummfilmzeit gewesen und Charlie Chaplin wäre neidisch geworden.

Vorteil dieses Verhaltens .. Keiner. Nachteil… Es wird schlimmer. Ein blöder Kreislauf.

Aufgaben erledigen werden zur Herausforderung. Spülen, Kochen kurz das nötigste aufräumen und die Schmerzen sind nicht mehr auszuhalten. Wäsche waschen und einkaufen sind zur Zeit machbar aber extrem übel. Sprich.. 1 Stunde was tun. Der Rest des Tages ist nichts mehr mit mir anzufangen.

Und da kommt der Kopf ins Spiel. Dinge, die ich denke, ohne das ich es will sind gerne „Stell dich nicht so an.“ – „Was sollen die anderen denken?“ und ganz besonders beliebt:“Das glaubt eh niemand.“

Je länger das ganze sich hinzieht, umso häufiger ist da dieses Gefühl von versagen. Von Unzulänglichkeit.

Natürlich WEIß ich, daß es nur im Kopf ist. Ich hab mir das nämlich nicht ausgesucht. Und was ich statt Schmerzen zu leiden wesentlich lieber täte? Stundenlang knien. Mich auf die verrücktesten Arten fesseln lassen. Alle Arten von Schuhen tragen können. Eine gute Sklavin sein, die ihre Aufgaben und Regeln erfüllen kann, ohne gleich das Gesicht zu verziehen.

In ein paar Monaten ist das vorbei. Zumindest das schlimmste. Aber ich mach mir da nichts vor. Es wird immer Probleme geben mit meiner Hüfte.

Was ebenfalls nervt ist, daß einer zurück stecken muß. Und das bin natürlich nicht ich. Im Bett schmiede ich Pläne für den nächsten Tag. Nach dem aufstehen sind sie teilweise nicht mehr durchführbar. Ich bin oft enttäuscht deshalb. Aber ich fühle mich auch in Erklärungsnot. Nur zu beschreiben, wie sich die kaputte Seite anfühlt, geht nicht.

Manchmal ertappe ich mich dabei, daß ich denke, hoffentlich brichst du dir das Mistding, dann muß zumindest sofort gehandelt werden. Aber Nein. Keine Angst. Soweit geht mein Borderline dann auch nicht.

Ich will einfach nur eine schmerzfreie gute Sklavin sein.

Herrje.

Sie lasen das Mimimi der Woche. Danke.

8 Kommentare zu „Depressionen durch Schmerzen

  1. Das hört sich auch wie Winter blues an. Die grauen Tage, wenig Sonne tut ihr übriges.
    Hast du denn schon eine Diagnose vom Orthopäden.?
    Eine Physiotherapie kann dir bestimmt helfen, Verspannungen zu lösen. Bei Schmerzen nimmt man gerne eine Schonhaltung an. Damit sind Fehlhaltungen verbunden und dann kommen erst recht die Schmerzen. Ich hatte das letzte Jahr auf rechten Hüfte. Mit viel Dehnübungen habe ich das in den Griff bekommen.
    Und dann gibt es für die Seele auch Meditation, Hypnose, Suggestion und kognitive Verhaltenstherapie. Amerikanische Forscher haben nachgewiesen, dass außer Schmerzen auch psychische Erkrankungen damit gelindert werden können. Das dtsch. e Ärzteblatt hat dazu einiges veröffentlicht.
    Autogenes Training hilft mir sehr gut. Da gibt es die zuversichtliche Formel, das schaff ich. Und Du schaffst es auch. Du suchst Lösungen. Und das ist ein guter Weg. Schön Zeit🤓

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      1. D. H. Du hast schon eine Prothetik? Und die ist schon verschlissen? Darf ich fragen wie alt du bist? Und seit wann du das kst. Gelenk hast?
        Weißt du, gerade wenn du seelisch angeschlagen bist, empfindest Du Schmerzen intensiver. Vielleicht kannst Du das mit Entspannungstechniken einmal mit einem Arzt/Therapeuten besprechen.
        Ich habe Arthrose in den Händen, nach Unfällen entstanden. Bei mir kam dann die Angst, nicht mehr arbeiten zu können. Und auch im Leben ist das schwierig, ohne Hände. Du kannst die Bestecke nicht richtig halten, das Anziehen fällt schwer und meinen Sport konnte/sollte ich nicht mehr machen. Ich war von der Diagnose ganz schön geflasht. Und Ärzte klären nicht richtig auf. Die haben mir sogar gesagt, ich wäre zu jung(53) für eine Prothese. Ich solle das erstmal noch so versuchen. Da bin ich auf die Suche nach Lösungen gegangen. Und ich habe es geschafft. Hoffentlich wirst du nach der OP gut betreut.

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      2. Ich hab eine dysplasie von Geburt an. (1970)
        2012 hab ich das künstliche Hüftgelenk bekommen. Der Orthopäde hat Mist gebaut und es zu hoch einbetoniert. Dadurch ist das rechte Bein 2cm zu kurz. Inzwischen hat es sich gelöst und liegt nicht mehr richtig in der Hüftschale.
        Dieses Jahr hab ich Therapie gemacht stationär. Eine hepatitis c Behandlung hinter mich gemacht. Und jetzt geht’s an die Hüfte. Vermutlich im Januar

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      3. Ohje, das hört sich alles nicht gut an.
        Mußte dein Arzt Schadenersatz zahlen? Und wie hast Du deinen derzeitigen Arzt ausgesucht. Die meisten wollen immer nur Geld verdienen. Was wirklich hilft sagt von denen Keiner. Die verabreichen Kortison, Hyaluronsäure ect. und dabei hilft das nicht. Wurde auch nachgwiesen.
        Neulich habe ich gelesen, dass die Krankenkassen nicht für qualitativ bessere, langlebige zahlen. Da gibt es einen festgelegten Beitrag. Mehr wird nicht gezahlt. Und die Ärzte kritisieren, dass sie so nicht kostendeckend arbeiten können. Die jüngeren Patienten bräuchten langlebige Prothesen.
        Ich wünsche Dir sehr, dass alles gut wird.

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      4. Ich weiß es auch erst seit kurzem, daß der Arzt einen Fehler gemacht hat. Hier ist eine Fachklinik für Orthopädie mit gutem Ruf. Und ich habe einen sehr guten Eindruck.
        Danke. Das hoffe ich auch.

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