Er darf alles. Ich darf nichts.

Die Überschrift dürfte wohl dem Bild entsprechen, daß viele Menschen von BDSM haben. Und innerhalb der Szene denken dies ebenfalls diejenigen, denen d/s und TPE ein Dorn im Auge ist.

Fakt ist, daß es natürlich auch hier unterschiedliche Auslegungen gibt. Es gibt kein Regelwerk. Eventuell einen gewissen Rahmen. Aber selbst der ist flexibel.

Ich verstehe TPE so wie ich es als Überschrift geschrieben habe. Genauso hab ich es mir ausgesucht. Und genau dahin möchte ich kommen. Irgendwann.

Nachdem das jetzt geklärt ist, kommen wir zum eigentlichen Thema.

In unserer Beziehung bin ich die Sklavin. Ich sage bewusst nicht Sub, denn für mich ist da ein Unterschied. Mein Herr hat das Sagen. Und er entscheidet. Beim Sex. Während einer Session. Das was ich anziehe. Regeln. Aufgaben.

Mir ist das mehr als recht. Zumal wir uns da einig sind. Denn bevor ich her zog, haben wir diese Dinge besprochen. Mir haben sie gefallen. Beim Sex macht es mich an, daß er entscheidet. Und ich komme auf meine Kosten. Ebenso während einer Session. Es ist toll mir darüber keine Gedanken machen zu müssen. Und es befreit meinen Kopf.

Um das zu erreichen, bedarf es einiger Dinge. Vertrauen, Kommunikation, Geduld. Und das auf beiden Seiten.

Ich vertraue darauf, daß er weiß wann Schluss ist. Ich erzähle ihm, was mir gefallen hat, und was nicht. Und ich brauche Geduld, um nicht zu viel auf einmal zu wollen.

Er muß darauf vertrauen, daß sie ehrlich ist. Er muß zuhören und auch sagen, was er von ihr erwartet. Und er braucht Geduld um sie lesen zu können. All das braucht Zeit.

Aber was genau heißt, er darf alles.? Genau das was da steht. Das er alles darf, bedeutet nicht, daß er alles verlangen wird. Mein Herr weiß was er mir zumuten kann. Und ab und an geht’s einen Tick darüber hinaus. Auch das gehört dazu.

Theoretisch kann er jederzeit ein Foto von mir verlangen, egal wo ich bin. Egal, wer dabei ist. Ob er allerdings verlangt, während ich einen Termin habe, daß ich ein Tittenbild schicke? Vermutlich nicht.

Er kann jederzeit seinen Schwanz in eins meiner Löcher stecken. Ob er das im Bus verlangt? Und selbst wenn ich Schmerzen habe, kann er unbequeme Positionen verlangen. Nun. Er macht es nicht.

Alles illegale oder gesundheitsgefährdende kommt nicht vor.

Und dieses, ich darf nichts? Im Prinzip ist das richtig. Wäre da nicht dieses Ding, was sich Realität nennt. Termine, Ärzte, Kochen…. Ausserdem darf ich natürlich meine Phantasien ausleben. Denn nix dürfen, ist eine Phantasie. Eigentum sein, ist eine Phantasie. Und wie eine Sklavin zu leben, im buchstäblichen Sinne ist ebenfalls eine.

Fakt ist. Diese Art Beziehung kann auch nach hinten los gehen. Denn wenn der Dominante Part keine Rücksicht nimmt, nur seine Bedürfnisse einfordert und seine Sub als reines Objekt betrachtet, dann ist das ganze ungesund. Denkt also gut darüber nach, bevor ihr solche Regeln aufstellt.

Nun. Ich hoffe, es ist halbwegs rüber gekommen, was ich meine.

Die Sicht des Doms findet ihr

Hier

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Veröffentlicht in BDSM

4 Kommentare zu „Er darf alles. Ich darf nichts.

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